Kommunaler Wohnungsbau
Die Idee:
In den Dörfern der Bauernkulturen war der Hausbau eine Pflicht aller Einwohner. Bei Bedarf wurde unter Mitwirkung aller ein solides Haus erbaut, das viele Jahrhunderte den Folgegenerationen Schutz gab.
Der kommunale Wohnungsbau in unseren Städten könnte genauso funktionieren. Die Gemeinschaft prüft den Bedarf, weist Baugrund zu und finanziert über Steuern den kontinuierlichen Neubau von Wohnungen. Die Mietsparteien zahlen über die Dauer der Nutzung die Bau- und Unterhaltskosten ab.
Das Prinzip der Feuerkasse: Die zahlende Gemeinschaft fängt die Not der Einzelnen auf. Das ist das Grundprinzip menschlicher Solidarität.
Es funktioniert so lange, wie sich keiner aus der Kasse bedient.
Naheliegenderweise plant die Gemeinschaft Wohnungen, die:
- den Bedarf decken (einige Singles, viele Familien, einige Rentner)
- lange halten bei geringem Verschleiß (>100 Jahre sind realistisch)
- nach Stand der Technik bequem bewohnbar sind, ohne Enge oder Luxus
- hinreichend Abstand, Grünflächen, Spielplätze usw. aufweisen
Kurz: Die Gemeinschaft baut nach ihren Bedürfnissen und für die Zukunft.
(Vergleichen Sie mit: 'privater Wohnungsbau')
Sobald man verhindert, daß auf allen Ebenen Gewinne erpresst und abgezweigt werden, sind die Baukosten überraschend niedrig.
- Die Bodenspekulation, der größte Erpressungsposten, entfällt bei Gemeindeland ersatzlos.
- Der öffentliche Bauherr bezahlt gerechte Löhne, zweigt aber keine Privatprofite ab.
- Bei der langen Nutzungsdauer verringert sich der Baukosten-Anteil in der Miete.
- Durch Streichung aller Privilegengesetze nach Lobbywünschen schrumpft der Wald der Bauvorschriften auf ein vernünftiges Minimum.
Nach grober Schätzung wären wir wieder bei ~4,- bis 6,-€/qm, trotz fairer Entlohnung.
'Privat-Investoren' bauen nur, wenn Sie nach Abzug aller Kosten hohe zweistellige Profitraten herausziehen können. Und diesen Raubanteil sparen wir uns beim kommunalen Wohnungsbau.
Nichts ist perfekt, aber alles ist besser als Räuberwirtschaft und Mietzinserpressung.
